Die Grenzlande (Jetland 7 - Intime)

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Gweldim
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Die Grenzlande (Jetland 7 - Intime)

Beitrag von Gweldim » Do Apr 09, 2009 12:46 pm

Die drei Männer in den Farben Dreywasserns liegen verborgen in einem Schlammloch, nicht einmal eine halbe Wegstunde südlich des Jeta in den Grenzlanden, nur einen halben Tagesmarsch von Dreywassern entfernt. Vor einer Woche wurde die Schlacht an den Jeta-Auen geschlagen und ... verloren.

"Marek... schau mal: Das Banner dort scheint ebenfalls abzuziehen!" Der rothaarige Halbling winkt seinem Kameraden und deutet über das Feld in Richtung des Jeta.

Marek, ein etwas dicklicher Mann mittleren Alters winkt ab... "Bleiben also noch etwa... sechs? Also mindestens 30 oder 40 Rotröcke, die zwischen uns und der Furt liegen." Aber Marek besinnt sich nun doch eines Besseren und kommt durch das Schlammloch gekrochen, legt sich neben den Rotschopf und schaut zwischen den Büschen auf das Feld hinaus. "Stimmt, Ottlar, sie ziehen ab... Aber wir schaffen es niemals an den Türmen vorbei. Ich verstehe noch immer nicht, wie diese Bastarde aus dem Süden es schaffen in so kurzer Zeit eine halbe Burg zu bauen. Manchmal kommen sie mir vor wie - Rote Waldameisen" Ein grinsen huscht über sein Gesicht und auch Ottlar lächelt, wenn auch etwas gequält.

"Schau mal, wenn wir bis zu den Bäumen kommen, dann sind es nur noch 500 Schritt und wir sind am Bach. Und da können wir im Schutz der Böschung bis zum Jeta kommen."
"Das schafft vielleicht so ein Zwerg wie Du!"
"Tramdack" zischt Ottlar "Vergleich mich nicht mit diesen fetten Diven, die sich beim leisesten Zeichen einer Gefahr im Berg einschließen"
"Aber im Ernst, willst Du es nicht allein, ohne uns versuchen? Ich bin echt erschöpft und Sebbl... " er deutet auf den dritten Mann, der scheinbar schlafend in der Ecke liegt " ...nun, Du weißt, dass er mit dem Bein kaum von der Stelle kommt"
"Aber wir könnten es doch in der Nacht versuchen"

"NEIN!!" Marek schaut Ottlar entsetzt an! "Ich gehe in der Nacht nirgendwo hin. Als ich - SIE - gestern gesehen habe, konnte ich mich kaum regen. SIE würden uns töten und in Homuls Reich ziehen noch bevor wir die ersten 10 Schritte aus diesem Kerjaverfluchten Loch gemacht haben. Hier sind wir wenigstens sicher vor IHNEN!"

Die beiden Gardisten liegen einige Zeit neben einander und beobachten das Feld...

"Du, Marek... Hast Du schon einmal darüber nachgedacht, was in der Nacht passiert ... also wenn Sebbl an seinen Verwundungen sterben sollte?"

Marek schweigt... selbstverständlich hat er schon daran gedacht... Und der Gedanke hat ihn mit Grauen erfüllt - Schlimmer noch als die Panik, die er auf dem Schachtfeld hatte, schlimmer noch als die Furcht vor den dunklen Paladinen, schlimmer als die Angst vor dem Tod selbst...

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Elorthas
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Beitrag von Elorthas » Sa Apr 11, 2009 10:51 am

Nebel zog herauf und hüllte das Feld in einen gnädigen SChleier. Das stete Krächzen der Totenkrähen durchdrang die dicke blutgeschwängerte Luft. Weinende Frauen und Alte gingen über das Feld und drehten Körper um und sahen in blutleere entstellte Gesichter. Mit den Krähen kamen auch einige gebückte Gestalten, Aussätzige womöglich, die noch versuchten, das wenige Hab und Gut den Körpern zu entreißen. Doch die Farnenger hatten nicht viel gelassen.
Wie Skelettteile ragten Speere empor. Hände die sich im Tode reckten wirkten wie ein Hilferuf: "Bitte holt mich zurück in mein junges Leben, fortgerissen durch die Hunde des Krieges".

Doch da das Tageslicht schwand, kamen die schillernden Käfer aus der Tiefe, legten ihre Eier in die Toten, saugten das Fleisch von den Knochen und labten sich an grauenhaften Wunden. Da huschten auch kleine bucklige Gestalten auf allen Vieren; Schädelfresser. Das Knacken und Krachen, als sie mit ihren kräftigen Kiefern die Knochen zermalmten war nun öfters zu hören.

Manch edles Gesicht sah man noch, umringt von einigen erschlagenen Feinden; manch elbische Züge, schön im Tode, trotz zerissener Hülle, den blutigen Schurz um die Schultern geworfen. An ihnen nagten schon die Ratten.
Mit kreischendem Geräusch wand sich ein Schädelfresser, noch den Schenkelknochen aus dem Maule ragen. Die skelettierte Hand eines Priesters legte sich auf seine schuppige warzige Haut, die plötzlich zusammenfiel, sich zog und spannte über schwache Knochen und zerriss und verging.
Der Caducifer, der Träger des Krallenstabes wendete sich zu den dunklen Paladinen um, die hinter ihn getreten waren. "Vernichtet diese Wesen, vertreibt die Lebenden. Diese Körper gehören Homul."
"Bei Homol, Gott des ...."

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Beitrag von Elorthas » So Apr 12, 2009 10:31 am

"Gleißend Feuer mich umringt,
gerufen aus brennender Tiefe,
Vulkane meine Heimstatt.

Hitze erwache, brenne, leuchte,
Flamme breite Deine Arme aus.
Verzehre, fresse, wachse.

Macht der Elemente mich rief,
Aus dem Land der Ifriti
in glosendem Glanz entstiegen.
Verzehre Fleisch und Blut in
köstlichem Mal und hinter-
lasse Asche und verbrannte
Knochen.

Sehe dort des Jetlandes Mauer.
Häuser, Burgen und Menschen Heime.
Übe mich an ihrem Leid.
Vergessen ihre Körper sind, wenn
ich sie zart und sanft umschmeichle.
Haut und Fleisch rinnt herunter
weg von ihren Skeletten,
Spitzen blitzen und zergehren,
Augen kichern wirre in die Ferne,
verkochen, verdampfen, verdunsten,
verstreichen, vernichten, verzehren.

Du hast mich gerufen Ghulenwächter,
erfülle was Du befohlen hast.
Xaguls Kralle, Homuls Hand zeigen hin
zum Ziele nicht in allzuweiter Ferne."
"Bei Homol, Gott des ...."

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Beitrag von Elorthas » Mo Apr 27, 2009 10:40 am

Es war der einzige Weg, der direkt durch das Moor führte und die alte Steinbrücke war die einzige Möglichkeit, den Sumpf zu überwinden. Wie eine lange Bleiche stand sie im wiegenden Schilf und in den dunklen Flächen.
Vor einigen Tagen versuchte ein Söldnerheer, die Brücke zu überqueren. Ihr Blut bedeckte nun den Stein. Mitten, auf dem höchsten Bogen stand die jetländische Phalanx und hatte sich festgebissen.
Eigentlich war diese Kampfweise längst überholt, doch in den kleinen wenigen Civitates in den Donnerklippen hatten sich einige Phylen erhalten, die in dieser Kampfweise die Erfüllung ihrer freien Bürgerpflicht und des Eides an Falk sahen.

Die Feuertöpfe zerplatzten und bildeten Säulen aus gleißender Glut. Sie standen noch immer und löschten sogar mit ihrem eigenen Blut die zwischen den Steinen emporzüngelnden Flammen. Und selbst als die Brücke in Trümmer zerfiel, schien es, als stünde einer der 100 noch immer in all dem Rauch. Weit hallte der Schrei des letzten Fallenden. Und die Legionäre, die sich nun einen anderen Weg suchen mussten meinten in ihrem Nachklang der Stimme nicht sich, sondern den verhallenden Schrei der 100 zu vernehmen.
"Bei Homol, Gott des ...."

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Beitrag von Gweldim » Mo Apr 27, 2009 2:20 pm

Es ist spät am nachmittag. Feirlin ist auf dem Weg nach Hause, er beschleunigt seinen Schritt. Die Dämmerung ist nahe und langsam wird er nervös. Er hat die Entfernung zum Hof unterschätzt und jetzt wird es langsam dunkel... Feirlin beginnt zu laufen.

Das Gehöft ist noch eine Stunde entfernt... aber der dunkle Forst liegt noch auf dem Weg! Möglicherweise schaft er es ja, wen er vorsichtig ist

...

Die Sonne ist vor einer Stunde untergegangen. Maike schaut durch die Läden voller Angst in Richtung des Forstes. Es ist dunkel... wo ist Ihr Mann? Er wollte doch nur etwas zu essen besorgen. Bestimmt wollte er nichts mit den Kämpfen zu tun haben. Keinen Hinterhalt - nur etwas zu Essen... wo ist er nur?!

Im Wald kracht es. Kommt er? Hat er es nach Hause geschafft? Bewegung zwischen den Bäumen? Sind das Tiere oder der Vater Ihrer gemeinsamen Tochter?

Ein Schatten tritt aus dem Dunkel der Bäume. Die gelbe Gugel ist unverkennbar - er hat es nach Hause geschafft! Aber er muss sich beeilen - Maike winkt ihm zu - Langsam nähert er sich...

Maikes Blick wird starr... er wird nicht mehr nach Hause kommen...

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Beitrag von ChoRam » Di Apr 28, 2009 9:35 am

"Er ist zurück! Er ist zurück!!!"
Im Lager regten sich alle... Tagelang banges warten, ob der Melder seinen Auftrag ausführen konnte, ob er überhaupt den gefährlichen Weg bis nach Dreywassern und zurück unbeschadet überstehen würde. Aus der kleinen Taverne schritt eilig ein Priester Iandrims und begab sich zur Torwache.

Tatsächlich, der Melder kam den Weg hinab. Er sah erschöpft aus, als er jedoch die Umfriedung des Lagers sah, erhellte sich sein Gesicht. Er beschleunigte seine Schritte.
"Sie sind unterwegs!!!" Erschöpft liess er sich auf eine Bank fallen. "Die Nachrichten wurden beantwortet und es eilen auch Veteranen aus den Wilderlanden und den Leurenmooren herbei!"

"Na wenn das mal nicht eine gute Nachricht ist, nach all' dem der letzten Zeit!" grummelte ein Zwerg, der sich durch die Reihen der Schaulustigen nach vorne geschoben hatte. "Jetzt lasst ihn doch zu Atem kommen!" Ein Mann schob sich durch die Reihe und reichte dem Melder einen Becher Wasser. "Und jetzt glotzt nicht so rum sondern macht Euch bereit!!! Es ist fast dunkel! Sehen wir zu das noch jemand hier ist, den man unterstützen kann, wenn unsere Freunde kommen."
Der Weg zur Dunklen Seite... Schneller er ist, verführerischer, leichter.

Genial! ... Lasse mer weg!

Ich würde mich mit Ihnen gerne geistig duellieren, aber ich sehe, Sie sind unbewaffnet.

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Elorthas
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Beitrag von Elorthas » So Mai 03, 2009 10:19 pm

Thorbalds Hände lösten sich von den Armen der Zwergin. Seine letzten Worte verhallten ungehört. Der Atem entwich ihm. Sein Herz schlug zum letzten Mal.
Die Bestie, die ihm einen grausamen Tod gebracht hatte sah er nicht mehr. Die Geräusche verloschen. Gesichter schossen vor seinen Augen vorbei. Die tapferen Frauen, die das Herz verteidigt hatten, die Krieger des Rings, die Stahlschwingen, der weit gereiste Paladin Janauga, die Schützen der schwarzen Natter, all jene großen Krieger näher oder ferner mit ihrem Herzen und Eid an Graf Falk gebunden. Seine Gefährten, die unbeugsam Widerstand geleistet hatten. Muna, Boris, Johann und wie sie alle hießen.

Die Flügel des riesigen Tores öffneten sich. Ein Gigant stand vor ihm; ein Hüne in voller und strahlender Rüstung. Unter seinem wuchtigen Helm blitzten ihn helle Augen an. Seine Pranken ruhten auf den Köpfen zweier riesiger Schreckensbären. Ein breites Grinsen zog sich von einem Ohr zum anderen.
"Sei gerüßt Thorbald, Sohn des Thorel. Deine Ahnen blicken auf Dich herab. Sie rufen bereits nach Dir. Hier in Bjodes Hallen, wo die Tapferen in Ewigkeit leben."

Jahre später errichtete man an Freges Wacht eine Tafel

"Wanderer sieh uns hier liegen,
für Stahl gaben wir Blut.
Wir starben damit andere blühen.
Wir schirmten sie mit Mut.
Kein Lied wird uns besingen,
Keine Mähr über uns erzählt.
Vergessen unsre Tage sind,
zum letzten Gang erwählt."
"Bei Homol, Gott des ...."

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